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Teil I Einstufungsverfahren als Methode der Mitarbeiterbeurteilung: Vorteile und Anforderungen

MitarbeitergesprächeNeben der vor allem in amerikanischen Unternehmen eingesetzten zielorientierten Beurteilung ist das Einstufungsverfahren die am weitesten verbreitete Methode der Mitarbeiterbewertung. Und das aus guten Gründen, da es beispielsweise eine recht hohe Vergleichbarkeit der Mitarbeiterleistungen garantiert. Welche Vor- und Nachteile das Einstufungsverfahren bietet und welche Voraussetzungen eine erfolgreiche Anwendung erfüllt sein müssen, erfahren Sie im ersten Teil über diese klassische Methode der Mitarbeiterbeurteilung.

Vor- und Nachteile des Einstufungsverfahrens

Ähnlich wie in schulischen Zusammenhängen werden dem jeweiligen Beurteiler beim Einstufungsverfahren bestimmte Beurteilungskriterien vorgegeben sowie eine zugehörige Skalierung, mit deren Hilfe er die jeweiligen Kriterien einordnet und bemisst. Der Hauptvorteile des Verfahrens liegen darin, dass es sich leicht standardisieren lässt und sich die Beurteilungsergebnisse gut vergleichen lassen. Die Subjektivität des Beurteilenden wird durch die Vorgabe möglichst objektiver Kriterien zurückgedrängt, zudem wird der Beurteilenden bereits bei der Auswahl der Kriterien dazu veranlasst, sich intensiv mit diesen zu beschäftigen.

Eine gewisse Schwierigkeit besteht dagegen darin, die passenden Beurteilungskriterien für den jeweiligen Mitarbeiter bzw. Arbeitsplatz zu finden. Zudem sollte das Einstufungsverfahren bei den bewerteten Mitarbeitern soweit wie möglich auf Akzeptanz stoßen. Es muss als wichtig und als objektiv empfunden werden, damit nicht etwa das Arbeitsklima unnötigen Schaden nimmt.

Generelle Anforderungen an das Einstufungsverfahren

Während manche generell eine Beurteilung oder Einstufung ihrer Arbeitsleistungen als unangenehm empfinden und nicht „benotet“ werden sollen, sehen andere darin eine willkommene „Gradmessung“ ihrer eigenen Leistungen, eine wichtige Orientierung oder im Idealfall auch ein Zeichen der Wertschätzung. Damit das Einstufungsverfahren auf allen Seiten auf die nötige Akzeptanz stößt, ist es wichtig, dass alle Beteiligten rechtzeitig über die geplante Beurteilung informiert werden: sowohl über die Ziele als auch über die Inhalte und den Ablauf des Verfahrens. Um mögliche Widerstände soweit wie möglich auszuschalten, bietet es sich zudem an, bereits im Vorfeld die bei der Einstufung verwendeten Beurteilungsgrundsätze mit den Beurteilern, Beurteilten und dem Betriebsrat gemeinsam zu entwickeln. Achten Sie bei der Ausarbeitung des Einstufungsverfahrens außerdem darauf, dass es für alle Beteiligten verständlich ist und die Kriterien eindeutig genug formuliert sind. Machen Sie auch kritisch eingestellten Mitarbeitern klar, dass eine Beurteilung Vorteile für sie hat, etwa was die gezielte Förderung und berufliche Weiterentwicklung angeht.

Anforderungen an den Beurteiler

Aber nicht nur die Beurteilten, sondern auch die Beurteilenden sollten auf das Einstufungsverfahren richtig eingestimmt und vorbereitet sein. Der Beurteilende sollte im Idealfall in ständigem Kontakt zum Beurteilten stehen, die Anforderungen am jeweiligen Arbeitsplatz kennen und wenn möglich auch das kollegiale bzw. soziale Gefüge des Beurteilten. Er sollte wissen, dass es um die Beurteilung der Arbeitsleistung und des Arbeitsverhaltens geht und nicht um die Persönlichkeit des Beurteilten. Zudem sollte er sich möglicher Fehler bei der Beurteilung bewusst sein.

Erfolgreiche Mitarbeiterbewertung braucht Regelmäßigkeit

Erreichen lässt sich dies durch entsprechende Trainings oder Schulungen, die in bestimmten Abständen wiederholt werden und immer den aktuellen Bedingungen angepasst sein sollten. Das gilt genauso für die Mitarbeiterbewertung. Denn nur durch eine regelmäßige Wiederholung der Mitarbeiterbewertung lässt sich ein weitgehend objektives „Leistungsportfolio“ erstellen, lassen sich Entwicklungen, Verbesserungen oder auch mögliche Fehleinschätzungen aufzeigen und wenn nötig korrigieren.

Welche Beurteilungskriterien für eine erfolgreiches Einstufungsverfahren wichtig sind und wie Ihren Beurteilungsbogen sinnvoll aufbauen, erfahren Sie im zweiten Teil.